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Lange
bevor Baar eine selbständige Pfarrei wurde und
bevor der Name "Baar" erstmals erwähnt wird,
stand schon ein Kirchenbau an der Stelle der
heutigen Kirche. Mauerreste und ein Grabfund
lassen ihn ins frühe achte Jahrhundert datieren.
St. Martin war im frühen Mittelalter ein sehr
beliebter Kirchenpatron; sein Name bestätigt
diese frühe Datierung.
Eine
grössere Kirche folgt im 9. Jahrhundert; die
Volkstradition sieht als Förderer dieses
Kirchenbaus sogar Kaiser Karl den Kahlen. Das
Datum dieses Neubaus (876) wird aber erst 1692
belegt. Als 3. Kirche wurde im 11. und 12.
Jahrhundert eine romanische Kirche errichtet,
die im 14. Jahrhundert einem Brand zum Opfer
fiel. Über dem Schutt dieser romanischen Kirche
wurde im 15. Jahrhundert eine vierte, erheblich
grössere, gotische Kirche erbaut. Im 17. und
18. Jahrhundert wurde sie im barocken Stil
umgestaltet. Bei der Renovation 1960-64
konnten bedeutende Fresken des späten 16.
Jahrhunderts freigelegt werden. Ausserdem
wurde die Eingangspartie mit der Empore
umgebaut.
In den Jahren 2003 (aussen) und 2004 (innen)
wurde die Kirche erneut renoviert.
An
der Südseite der Kirche steht die St.
Anna-Kapelle. Sie wurde kurz nach 1500 als
Beinhaus errichtet. Die Bedeutung des
Totenkults zeigen die Fresken an ihrer
Aussenmauer. Im Innern fällt sofort der kreuztragende Christus auf, eine bedeutende
Arbeit aus der Zeit um 1400.
Auf
dem Gebiet der Gemeinde Baar befinden sich noch
andere Kapellen: die Sebastians-Kapelle in
Inwil (1584), die Heiligkreuz-Kapelle (1642),
die Schutzengel-Kapelle (1688) und als jüngste
die Deubühl-Kapelle (1919).
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In
Allenwinden wurde kurz vor dem Ende des 16.
Jahrhunderts eine Wendelins-Kapelle erbaut,
hundert Jahre später errichtete man an ihrer
Stelle die heutige Kirche St. Wendelin.
Allenwinden wurde 1965 eine eigenständige
Pfarrei, die zur Kirchgemeinde Baar gehört.
Beim
neuen Friedhof Kirchmatt wurde 1980 auch eine
moderne Friedhof-Kapelle gebaut.
Die
Geschichte der Pfarrei St. Martin ist eng
mit der Geschichte des Ortes Baar verknüpft:
Ort und Kirche werden 1045 erstmals als Eigentum
der Grafen von Lenzburg urkundlich erwähnt.
Nach 1200 gehört der Besitz den Habsburgern.
Graf Rudolf von Habsburg verkauft ihn 1228 ans
Zisterzienserkloster Kappel. Kappel hatte
damit die Pflicht, einen Seelsorger zu
stellen. Umgekehrt mussten die Baarer Abgaben
nach Kappel entrichten.
Im
Jahre 1526, kurz vor der Aufhebung des Klosters
wegen der Reformation, kauften sich die Baarer
um 3'300 Gulden vom Kloster Kappel los: Kirche
und Zehntrechte gingen damit an die Gemeinde
Baar über. Zur Pfarrei St. Martin gehörten
damals auch Menzingen, Steinhausen und das
Gebiet bis gegen den Albis.
Mit
der Zunahme der Einwohner, besonders in den
Jahren 1960-70, war auch ein Anwachsen der
Pfarrei verbunden. In Inwil wurde deshalb 1971
ein eigenes kirchliches Zentrum für das Quartier Inwil-Arbach, das St.-Thomas-Zentrum,
errichtet.
Das
1958 erbaute Pfarreiheim St. Martin neben der
Kirche wurde 1986 renoviert und erweitert. Das
ehemalige Kinderheim neben dem Pflegezentrum
dient seit 1981 als pfarreiliches
Begegnungszentrum Sunnematt.
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