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Gebet

Guter Gott, in Jesus Christus bist du auf den Menschen zugegangen und hast allem Trennenden deine unermessliche Barmherzigkeit entgegengestellt. Auf wunderbare Weise hast Du mit deiner heilenden Liebe jede Sünde und Schuld überwunden. Führe uns aus der Knechtschaft hinein ins Leben, das von Dir kommt durch Christus unsern Herrn. Amen.

 

Quelle: Pixabay

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Aus dem Sonntagsevangelium:

In jener Zeit kamen alle Zöllner und Sünder zu Jesus, um ihn zu hören. Pharisäer und die Schriftgelehrten empörten sich darüber und sagten: Dieser nimmt Sünder auf und isst mit ihnen.

Da erzählte er ihnen dieses Gleichnis und sagte: Ein Mann hatte zwei Söhne. Der jüngere von ihnen sagte zu seinem Vater: Vater, gib mir das Erbteil, das mir zusteht! Da teilte der Vater das Vermögen unter sie auf. Nach wenigen Tagen packte der jüngere Sohn alles zusammen und zog in ein fernes Land. Dort führte er ein zügelloses Leben und verschleuderte sein Vermögen. Als er alles durchgebracht hatte, kam eine große Hungersnot über jenes Land und er begann Not zu leiden. Da ging er zu einem Bürger des Landes und drängte sich ihm auf; der schickte ihn aufs Feld zum Schweinehüten. Er hätte gern seinen Hunger mit den Futterschoten gestillt, die die Schweine fraßen; aber niemand gab ihm davon.

Da ging er in sich und sagte: Wie viele Tagelöhner meines Vaters haben Brot im Überfluss, ich aber komme hier vor Hunger um. Ich will aufbrechen und zu meinem Vater gehen und zu ihm sagen: Vater, ich habe mich gegen den Himmel und gegen dich versündigt. Ich bin nicht mehr wert, dein Sohn zu sein; mach mich zu einem deiner Tagelöhner! Dann brach er auf und ging zu seinem Vater.

Der Vater sah ihn schon von Weitem kommen und er hatte Mitleid mit ihm. Er lief dem Sohn entgegen, fiel ihm um den Hals und küsste ihn. Da sagte der Sohn zu ihm: Vater, ich habe mich gegen den Himmel und gegen dich versündigt; ich bin nicht mehr wert, dein Sohn zu sein. Der Vater aber sagte zu seinen Knechten: Holt schnell das beste Gewand und zieht es ihm an, steckt einen Ring an seine Hand und gebt ihm Sandalen an die Füße! Bringt das Mastkalb her und schlachtet es; wir wollen essen und fröhlich sein. Denn dieser, mein Sohn, war tot und lebt wieder; er war verloren und ist. (EÜ 2016 Lk 15,1-3.11-33)

 

 

 

 

Impuls

Es ist Mode geworden auszugrenzen und auszuschliessen. Wir sind die Guten, die da die Bösen. Ganz ähnlich funktionieren auch die Pharisäer und Schriftgelehrten; mit Sündern und Zöllnern isst man nicht. Sie sind empört über Jesus, der entgegen den gesellschaftlichen Gepflogenheiten auf Sünder und Zöllner zugeht und Tischgemeinschaft mit ihnen feiert. Aber gerade, weil Jesus idiologische und soziale Brandmauern missachtet und auf Ausgeschlossenene und Ausgestossene zugeht, schafft er Heil und Heilung. Weil der Vater im Gleichnis von Lukas mit offenen Armen auf seinen jüngeren Sohn zuläuft und ihn ohne Wenn und Aber wieder aufnimmt, wird dieser aufgerichtet und wieder hergestellt. Ausschliessen und Abspalten radikalisiert und verhärtet die Fronten. Aufeinanderzugehen, Dialog und Begegnung wirken dem entgegen.  Versöhnung und letztlich Frieden und Heilung ist nur möglich, wenn wir dieses ausschliessende Denken überwinden. Im heutigen Gleichnis verdeutlicht die Figur des Vaters, das Gott niemals ausschliesst, sondern vielmehr immer den ersten Schritt macht, damit die Menschheitsfamilie wieder zusammenkommt und miteinander ein grosses Fest feiern kann.

 

Zur Besinnung: Wie kann ich meinen Nächsten begegnen, ohne voreingenommen zu sein?