Monat der Weltmission: Vesper mit Musik von P. Martin Schmid SJ
Am Freitag, 23. Oktober 2026, wird um 18.00 Uhr in der Kirche St. Martin in Baar eine Vesper im Rahmen des Monats der Weltmission und des Jubiläums «100 Jahre Sonntag der Weltmission» gefeiert. Im Mittelpunkt der musikalischen Gestaltung stehen Werke des aus Baar stammenden Jesuitenmissionars, Musikers und Architekten P. Martin Schmid SJ (1694–1772).
Martin Schmid wurde 1694 in Baar geboren und wirkte als Missionar bei den Chiquitos im Gebiet des heutigen Bolivien. Sein Wirken ging weit über die seelsorgliche Tätigkeit hinaus. Als Priester, Musiker und Architekt prägte er das religiöse und kulturelle Leben der Missionsgemeinden in vielfältiger Weise. Er vermittelte Kenntnisse im Instrumentenbau, förderte vokale und instrumentale Ensembles und verlieh der gemeinsam gefeierten Liturgie eine besondere musikalische Gestalt.
Seine Kompositionen stehen in der Tradition des europäischen Barocks und sind zugleich Zeugnisse einer aussergewöhnlichen Begegnungsgeschichte. Für Schmid war Musik nicht allein künstlerischer Ausdruck, sondern ein wesentlicher Bestandteil seines missionarischen Wirkens. Sie wurde zu einer Sprache, die Menschen miteinander verband und den Glauben in der Liturgie erfahrbar machte.
In der Kirche St. Martin in Baar werden Schmids Werke von den Kirchenchören St. Martin Baar und St. Matthias Steinhausen aufgeführt, begleitet vom Ensemble Ensemble Epigonos Musicus. An der Orgel ist Martin Völlinger zu hören. Die musikalische Leitung liegt bei Christian Renggli, Barbara Wehrle Hanke gestaltet die Liturgie. In dieser Verbindung von Liturgie und Musik wird das Werk eines Mannes lebendig, dessen Lebensweg von Baar bis nach Südamerika führte.
Dass die Musik P. Martin Schmids gerade an seinem Geburtsort erklingt, verleiht der Vesper eine besondere biografische Dimension. Von Baar aus führte ihn sein Weg über Europa und den Atlantik bis zu den Chiquitos. Dort wirkte er über Jahrzehnte als Missionar und hinterliess ein kulturelles und musikalisches Erbe, das bis heute nachwirkt. Die Aufführung in Baar schlägt damit einen Bogen zurück zu seinen Wurzeln und verbindet Herkunft und Ferne, lokale Erinnerung und weltkirchliche Perspektive.
Die Vesper verbindet das Jubiläum «100 Jahre Sonntag der Weltmission» mit der Erinnerung an eine prägende Persönlichkeit der Schweizer Missionsgeschichte. Zugleich lädt sie dazu ein, Weltmission als Geschichte von Begegnung, Austausch und weltweiter Verbundenheit wahrzunehmen – hörbar in einer Musik, in der sich Glaube, Liturgie und kulturelle Begegnung auf besondere Weise miteinander verbinden.
Hanspeter Ruedl

Beginn
Freitag, 23. Oktober 2026, 18 Uhr
Ort
Kirche St. Martin, Baar